Belém, Pará

Im Anflug an Belém kam ich kaum aus dem Staunen raus. Die breite des Amazonas, gepaart mit der unendlichen Weite des Waldes und zu dem das weltgrößte Flussdelta. Ich war sprachlos ob dieser unermesslichen Schönheit!

Meine Zeit in Belém war etwas zerstückelt. Denn als ich von Manaus aus mit dem Flugzeug in Belém landete, hatte ich erstmal anderes im Sinn, als in die Stadt zu fahren. Mein erstes Ziel sollte nämlich die Ilha Cotijuba sein.

Nach der Rückkehr von dort war ich erstmal über die Stimmung in Belém verwundert. Ich hatte mir doch ein deutlich anderes Klima erwartet, immerhin sollte hier nur Monate nach mir der COP30 stattfinden. Die ganzen Baustellen trugen natürlich auch ihren Teil bei.

Zu meinem Unglück waren an diesem Tag so gut wie alle Läden geschlossen, auch die Banken. So schlug ich mich mal wieder mit begrenzten Finanzen durch. Die Straßen waren nicht sehr einladend….es lag menschlicher Kot an verschiedensten Ecken, die Straßen waren teils gespenstisch leer, hier und da rauchte man Crack und überhaupt machte sich etwas Unbehagen in mir breit. Wie sollte ich die restlichen Tage bis zu meinem Abflug hier füllen, oder vielleicht sogar aushalten. Im Hinblick auf diese Situation und die Situation, die sich in meinem Hostel bot, entschied ich mich schleunigst eine andere Unterkunft zu buchen, um von dort aus nach Souré auf der Ilha Marajó zu reisen. Dort wo die Polizei auf Wasserbüffeln reitet.

Neben der Organisation für mein zweites Ziel außerhalb der Stadt, besuchte ich den weltbekannten Ver-o-peso Markt, kaufte ein paar neue Chancletas und trieb mich, wie immer zwischen Kirchen, Parks und Museen herum.

Meinen ersten Abend verbrachte ich mit zwei Italienern, die im selben Zimmer wie ich schliefen.

Nachdem wir festgestellt hatten, dass der Ver-o-peso Abend zu hat, bedienten wir uns bei einer sehr leckeren Lancheria auf der Straße.

Tags darauf schaute ich mir den Markt nochmal im Hellen an und genoss ein Frühstück.

Verschiedene Fische auf dem Ver-o-peso, haltbar gemacht.

Daraufhin kaufte ich mir unverzüglich ein Ticket für die Fährfahrt am nächsten Tag und wechselte die Unterkunft. Zum Glück!!! Was sich mir bot war verglichen mit der Nacht zuvor der reinste Luxus. Nachdem ich dann also endlich die Pflicht erfüllt hatte, schaute ich mir die historischen Überreste der Besatzung der portugiesischen Krone an. Portugiesen waren es, die die Stadt 1616 gründeten. 1823 erfolgte die Unabhängigkeit.

In einem Umkreis von maximal 200 Metern, fand sich eine alte Befestigungsanlage, vor der mehrere indigene Gräber in den Boden eingelassen sind. Gleich daneben die 400 Jahre alten Kanonen, eine prunkvolle Kirche gleichen alters und die in der Festung ausgestellten Fundorte indigener Kulturen und deren Tonhandwerk. Ziemlich viel Geschichte an einem Ort, wenn du mich fragst.

In dieser Kirche waren Reliquien ausgestellt, die auf die Gründungszeit der Stadt zurückdatierten. Beeindruckend! Trotzdem hatte ich über die ganze Zeit dieses nervige Stimmchen im Kopf, dass die Jahrhunderte alten Missionierungsbemühungen unserer europäischer Vorfahren aufs übelste verurteilte. Welche Kulturen und welch Wissen der Menschheit auf Ewig verloren gingen, weil es auch bis heute noch Menschen gibt, die einen alleinigen Wahrheitsanspruch erheben. An diese Leute geht ein Mittelfinger, auch noch im Jahre 2026. Fuck you. Lasst die Menschen glauben, an was sie wollen! Euer Gott ist sicher kein Besserer.

Am nächsten Morgen um 5 Uhr ging mein Boot auf die Ilha Marajó. Um ein Haar hätte ich sie verpasst, weil das Hostel-Wlan nicht funktionierte und ich mir so kein Uber bestellen konnte. Doch zum Glück ahnte die Besitzerin schon sowas un der Art und war abrufbereit im Falle irgendwelcher Probleme.

Als ich ein paar Tage später wieder nach Belém zurückkehrte, blieben mir etwa 12 Stunden, die ich mit Reisegepäck auf dem Rücken totschlagen musste.

Mangal das Garças

Nach einem kurzen Kaffee machte ich mich auf den Weg zum Mangal das Garças um ein paar Tiere zu sehen und durch den Park zu spazieren.

Espaço São José Liberto

Das Edelsteinmuseeum ließ mich staunend zurück.

Forte do Presépio

In dieser alten Festungsanlage sind verschiedene Funde regionaler indigener Kulturen ausgestellt.

Meine Reise durch den Norden Brasilien schloss ich am Flussufer des Amazonas ab. In einem gut betuchten Restaurant ließ ich es mir gut gehen. Ein köstliche Tacacá, gepaart mit einem Fisch-Carpaccio und dem ein oder anderen Bier. Beim Abendessen alleine ließ ich die vergangenen Wochen nochmal Revue passieren…Das perfekte Ende.


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Manaus, Amazonas